Zu gut (Klaus singt)

Skeila‘s Kaffee war nicht okay: Er war erstklassig. Sie hätte auch einen schlechten genommen an dem Morgen, an dem sie bei Kaskadilly Films im Regen ankam. Besser, als keiner.

Sie hatte ihren kleinformatigen schwarzen Geländewagen auf dem Parkplatz einer Videothek daneben geparkt. Kaskadilly machte Kinofilme.

Georg Shyre empfing sie mit einem Kaffee in der Hand. Er grinste gellend. Skeila war auf die Minute. Hatte noch ihren Cold Brew getrunken im Auto auf dem mittelgroßen Parkplatz. Sie hatte auch eine DVD leihen wollen der Nutzung dessen wegens. Die Videothek war jedoch geschlossen. Es war 10 Uhr. Die Menschen streamten jetzt.

Der Termin war ein guter. Georg kaufte Skeila‘s Drehbuch. Geld würde fließen. Gut für Skeila, gut für Georg – für alle eigentlich, die „Klaus singt“ einst sehen würden.

„Für mich, für dich, für alle“, summte Skeila, als sie wieder in den Regen trat. Diesmal brauchte sie keinen Kaffee. Oder doch, lieber alles machen, alles nehmen?!

Sie flüchtete in ihr Auto. Der Termin war blendend gelaufen und sie wollte nicht noch einmal zurückgerufen werden mit dem Risiko, es noch irgendwie vermurksen zu können; wie auch immer, denn es war ein guter Text und er war bereits verkauft.

Es stand drin, dass Chorsingen sich positiv auf die Psyche auswirken kann – wie zum Beispiel auch das Laufen. Skeila mochte das. Sie gab etwas mit. Glänzende, über sich hereinstürzende Dialoge hatte das Drehbuch ebenfalls. Der Plot mitreißend. Und die Leute wissen nun, singt, ja singt. Skeila fand sich erneut – summend.

Sie wollte ein Brötchen. Eklige Eier, Salat und Remoulade setzte sie als Muss. Eier, sonst, aß sie eigentlich nur nach zehrenden Erkältungen oder OP‘s. Sie fand sie hinreichend eklig, so aus dem Hintern eines Huhns kommend. Ein vollständiger Vogel, den das Huhn ebenso ausbrüten konnte! Skeila wollte ihn ausnahmsweise auf ihrem Brötchen. Mit Remoulade. Wenn sie hier ausblenden konnte, was sie aß, aß sie es. Im Fall von Kuchen sogar gerne. Und oh ja, sie wollte jetzt auch noch einen Kuchen; gleich … hinterdrein.

Oder nur den Kuchen?! Jetzt war alles egal, sie hatte es geschafft und benötigte eine Stärkung eigentlich nicht mehr. Ihr lag auf der Zunge, what a diff‘rence a day makes … von Dinah Washington. Sie sang es selbst. Doch auch das war eigentlich nicht mehr nötig. Gute Laune hatte sie schon; MEHR als genug von der.

Rausfahren nun erschwert … Ein Auto war schräg und auch noch dicht … neben ihrem hingestellt worden. Ich park‘ jetzt noch nicht aus, dachte sie hastig: fast quengelig. Warten nun. Wenn ihr noch jemand nachsah, wollte sie nicht, dass sie rammte. DAS war ihr am Wichtigsten. Die Karosserien fast schon Nebensache …

Nach kurzem Warten bugsierte sie sich da raus; Skeila fuhr ENDLICH weg! War nur noch auf und davon. Alles ziemlich Hals über Kopf.

Jetzt. Denn bei Georg war sie konzentriert gewesen, in Gänze auch.

Skeila fuhr nach Hause. Ohne Ei-Brötchen. Auch ohne Kuchen. Aber nicht ohne die letzten Schlucke Cold Brew, die noch übrig waren. Sie wollte nun doch nirgendwo mehr ran. Stattdessen LECHZTE sie nach Schlaf – um den Wirbel zu überbrücken. Einfach eine Stunde schlafen, danach würde sie nicht mehr dreimal ums Haus laufen wollen, um gleich darauf wieder von vorn zu beginnen.

Skeila stand auf. Sie … hatte geschlafen. Das gefiel jetzt, dass sie ihren Text an die Filmer bringen konnte, wenn auch nur sehr inselig; sonst wuschig! Es war gar nicht so sehr das Film-Volk, das sie, da jung und cool, erregte; es war es auch: Vor allem aber benötigte sie das Geld.

Und jetzt schmeckte ihr ihr Kuchen. Hätte sie ihn noch im Auto gegessen, hätte sie nur runtergeschlungen und es wäre hinterher nicht anders, als vorher gewesen. Jetzt zurück auf Normal. Besser. Aber nicht ZU gut … Nicht mehr überschwänglich – und aber es könnte auch sein, dass sie sich die Sorgen eben macht, weil sie so sehr dabei ist einfach. Bei den anderen Menschen … und wie sie auf sie wirken könnte. Zu GUT … Aber nun ZU mit der Büchse der Pandora! Und GUT.

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