Piekerchen

Und am Abend des siebenten Chanukkas stellte Gide ihre Liebe ab. Sie lief ein bisschen im Zimmer umher. Ließ in Ruhe, was eine ganze Weile ging. Parallel zu Scott.

Es ging nicht. War einfach nicht gegangen. Nur eine Zeit hatte sie das Gefühl gehabt, dass es gut wäre, sich in Zweierlei fallen lassen zu können. Sie – so – musste sich nicht beschneiden. Das Gefühl hatte sie auch gehabt. Sie konnte sie bleiben. Nicht ein Abklatsch ihrer, immer wieder etwas hinterfragend. Einfach sie. Nicht wegschiebend, hinterfragend, wieder reinfallend, aber nur ein bisschen, zu weit, das erlaubte sie selbst sich nie, auch nicht – in Gedanken. Sie ersetzte es sich selbst auf. Merkte aber bald, dass sie ihre Ideen nur zu Ende denken konnte, wenn sie sie auch zuließ. Prompt hatte sie die Entscheidung. Sie, auch vorher schon, war dagewesen. Sie war immer da. Lag klar vor ihr, wie es das ein pudergezuckertes Blumenbeet im Winter manchmal tut, nur ließ sie sich auf die „Spiele“ in ihren Gedanken ein, war es untersetzt eben.

Komm ins Bett. Nein. Komm schon … Ich gehe noch einmal raus. Bett war noch nicht möglich, da noch etwas nachhallte. Sie brauchte eine regelrechte Sex-Pause! Sie wollte sich, wenn schon, ganz auf die Bettangelegenheiten mit Scott einstellen, denn schon auch nur einen Gedanken zurück wollte sie dort nicht. Dort drin. Ich gehe noch einmal raus in die Frittenbude, Bahnsteig 6.

Scott und Gide, sie lebten in der Berliner Invalidenstraße, ganz nahe des HBFs. Und DIESE Frittenbude, die mochten sie beide. Sie machte einfach eklige Pommes, ganz so, wie es eine Frittenbude sollte. Gide brauchte ein bisschen. Wollte nochmal raus, ein wenig frische Luft, ein wenig Fettdunst.
Und sie bekam’s! So dann wollte sie auch ins Bett mit Scott. Mit Fettdunst an T-Shirt und Schlüpper! Dies nahm sie sich ganz fest vor …

Gides Sinn für Humor war speziell. Komm schon rein. Nein … Gide wollte schon wieder nicht. Nicht wegen Fett nicht. Fett stand auf der Pro-Seite, das war sehr eindeutig gewesen damals für Gide – aber sie brauchte noch mehr. Noch mehr an Zeit.

Mit Scott war es toll für sie. Wenn sie Zuhause Film schauten, legten sie sich gegenseitig die Hände auf die Geschlechtsteile. Weil’s schön war. Hose auf, dann die Hand, die Hände. Mit Sex hatte das nichts mehr zu tun. Es passierte meist nichts weiter, die beiden schauten Film. Fast nicht mehr? Naja doch, eine ganze Menge mehr, so Liebe sich auch in Mengenangaben breit machen kann. Aber Liebe kann sich ja überall breitmachen. Genau das erlebten die beiden auch dieser Tage mit Eddie.

Und es war vorbei, Gide … hüpfte ins Bett, beteeshirtet und beschlüppert. Zu Scott!

Und Scott sagte, lass uns ficken. Gide wollte gar nicht. Nicht wegen Eddie nicht, „nur“, weil sie es manchmal einfach schöner fand so.

Weil es sich genug war.

Scott schlief ein, rieb sich rhythmisch an Gide, Löffelchenstellung! Im Halbschlaf tat er es so und Gide … ebenfalls im Halbschlaf seiend, tat es ihm gleich.

Löffelchen, auf dem Nachttisch noch die Pieker von den Pommes.

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