MMF

Es war gar nicht besonders sonnig. Doch an dem Abend, als Wilfred und Freja den Weg über das gemähte Weizenfeld nahmen, klebten die Shirts ihnen auf der puren Haut fest. Die Luft drückend. Ein Gewitter war am Aufziehen. Hurtig, so Freja, ihren filzigen Fedora beinahe auswringen könnend. Wilfred ebenfalls war behütet. Er trug einen kornblumen-kolorierten Panamahut zum weißen T-Shirt, der schwarzen lockeren Hose, in der Hand noch eine türkisfarbene Kühltasche mit nichts als leckenden Akkus drin.

Freja hatte einen vorn mit langer Reihe an kleinen Knöpfen versehenen dünnen Maxi-Rock an. In Orange, ihr Shirt schwarz. Die beiden ähnelten Glühwürmchen an diesem Abend. Nicht nur ihre Körper bebten vor Hitze. Auch nahmen sich ihre Klamotten am wolkigen Tag mehr als knallig aus.

Der Tupfer Farbe auf dem mit großen runden Strohballen bespickten Feld war seit fünf Jahren Paar.

Ein Picknick lag hinter ihnen. Der Nachmittag: ungezwungen, kuchenvoll, überschön in Vielem.

Wilfred, jetzt, stapfte barfuß auf eine Biene, sie stach nicht zu, Freja kam das checken. Sich beugend, fielen ihr die längeren Haare immer wieder über den Fuß des Freundes. Wilfred nahm sich eine Strähne heran. Und noch mehr von Freja. Vor dem Gewitter schliefen sie noch miteinander.

Warum nicht schon eher, es war der Tag wie aus dem Buch. Es war auch der Abend wie aus dem Buch. Weil wir das jetzt machen, hatte Freja gedacht. Sie dachte an Sex mit Wilfred, wie sie an’s Zähneputzen dachte. Weil er mit ihm so natürlich war.

Danach, es war zielstrebig und spröde wie meist gewesen, kam alles noch belebter vor, als ohnehin nach der langen Zeit draußen. Freja wollte dem Bienenstich-Check einen Realitäten-Check anhängen. Was fühlst du, was ich, und wie könnte es noch sein.

Sie liebte Wilfred so sehr, dass sie, als der noch mit Eric lebte, sich sich selbst in diese Beziehung wünschte, dazwischen. Das jedoch – war in der Fantasie, am Tag viel eher war es wie es war völlig in Ordnung für sie; check check check: Realität …

Was schon hätte man erzwingen können?! Vor allem aber war sie so – gelassen. Wilfred, immer schon, hatte Freja – so gelassen gemacht, auf allen Bahnen, immer.

Zu anderer Zeit war’s anders. Freja gönnte hier Wilfred, den sie damals schon lange kannte – und auch schon lange liebte, die Beziehung zu Eric richtiggehend. Sein Wohl stellte sie über ihres, ein mögliches gemeinsames sogar auch. Check check – Realität.

Und das Gewitter kam nicht an sie ran. Regen setzte ein. Des buchgleichen Tages‘ Krone, die unsichtbar machte, dass die Zwei auf dem letzten Stück weinten.

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