Geschichte mit T-Shirts

Natürlich könnte man sagen, dass Wind nichts mit Weihnachten zu tun hat. Richtigkeit jedoch – hat das nicht immer. Es ist die weiße Weihnacht nicht wichtig, sitzt du Heiligtag am offenen Fenster, erspürst einen Hauch von Wind am Arm, erspürst, wo der Wind herkommt am Arm.

„Mein“ Wind, der kam aus dem Himalaya. Er nahm dort seinen Anfang. Er wehte auch über Usbekistan. Das ist da, wo der Schnitzende herkommt. Der im warmen Teil der Jahre mit nackten Füßen durch das Dorf geht, und dessen Haar im Wind ist wie tanzende Spirelli. Schwarze Pasta auf dem Kopf, dies Nichts am Fuß, so ist auch er den Weg des Windes einmal gekommen. Auch über das Siebengebirge! Wie auch mein Wind.

Der Wald träumte, als die Luft hinüberraschelte. Am Morgen war er ganz zerzaust – von Wind …

Das alles kann ich merken, sitze ich Heiligtag am Fenster, das ganz offen ist, und durch das er mich streift; urplötzlich sehnen lässt.

Gar nicht so sehr nach dem Himalaya, gar nicht so sehr nach dem Siebengebirge, mehr – nach mir. Wie doch ich früher schon den Wind am bloßen Arm fühlte! Und die große Wachsamkeit ging nie ganz weg: War immer da, streifte mich der Wind am Arm, und aber es musste unbedingt der Arm sein, oft zog ich Shirts gar danach an, dass der Wind auch drankam.

Sonst aber, diese große Sammlung meiner, war länger abhanden: Wind als Relikt.

Er spricht auch vom Südpolarmeer, spricht auch von Mumbai – denn er waar ja überall. Überall auch hat er einen Fitzel mitgenommen, gebracht zu mir, nach Swisttal.

Natürlich auch den Atem des Nachbars bei Nacht.

– Ich widme diese Geschichte Da Vinci, denn wie muss Wind erst für einen Hund sein. –

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