Fragmente

Kein Puter aber Scooter

Ihr Aasfresser! Amber brüllt durch eine offene Tür des Dönerladens. Die Gäste sind starrend. Der Mann hinter der Theke: Komm. Mal. Her. Durchdringend Blick! Amber, schnellend in die andere Richtung, läuft schon. Ausladend, als würde sie in irgendeiner Verbindung mit der Realität stehen. Im kleinen Flur zur Ruhe kommend, steht da Karl und klatscht.

Sie bekommen einen Lachanfall. Eigentlich jeder einen, die sie zuerst zu unterdrücken suchen. Doch schwillt es an zu einem großen, und Amber sagt, ich zerspringe, und Karl sagt das auch, dann gehen sie in seine Wohnung. Sie ist klein, und einen Moment ist sie ganz Lachen.

Und platzt auch die Welt? Einzuleiten unsere Leben, in denen wir mit uns selbst beginnen, vielleicht nicht enden, aber vielleicht auch enden. Amber sitzt im Schneidersitz auf Karls Bett, das gleichzeitig seine Couch ist, das Bettzeug hat er zu einer Lehne gerafft.

Wir waren schon Aasfresser, als wir noch nahmen, was die Hyäne uns übrigließ, die wir nun verachten in allen unseren Kulturen. Amber sagt das. Karl setzt sich zu Amber. Offenbart: Wir waren auch mal Pflanzenfresser. Viel deutet darauf hin, das Einspeicheln der Nahrung mit Abbau von Stärke zum Beispiel. Und die fehlende Eigensynthese von Vitamin C. Denn es war immer vorhanden.

Er macht jedem ein veganes Sauerkraut-Remouladen-Roggenbrot und sie hören Hyper, Hyper, Karl bewegt die Arme abwechselnd hoch und wieder herunter, wie eine Schere, dabei singt er. Und dein Sauerkraut ein fermentierter Weißkohl, weiß Amber. Er lacht, vollbracht.

Lukas, Mischa

Lukas geht heute in Richtung des Nachbars Schatz, da hat er das letzte Mal ein Stück Wurst gekriegt. Der Podenco nimmt seinen Menschen mit. Mischa nimmt nicht Lukas mit. Er hat er ihn anders geformt – antiautoritär – und dann kommt es, der Hund geht Richtung Schatz, obwohl sein Mensch doch lieber noch Eier bei Nachbar Kongres holen würde, die andere Seite …

Mischa versucht, sie Lukas schmackhaft zu machen, will ihn bequatschen. Der Hund aber lässt sich nicht bequatschen! Er setzt sich.

Und so geht es weiter, den Weg des Hundes: Heute, da gibt es wohl keine Pfannkuchen, da gibt es vielleicht aber wieder etwas Wurst.

Nachbar Simmelsammel kommt noch über den Hof, beginnt ein Gespräch. Lukas setzt sich erneut. Schließlich sollte jeder auf jeden warten …

Spider-Man mit ohne Fluppe

Alfred punktet. Mit einem Zahnarztbohrer klitzekleine Löcher ans Lærliôur, drittes Glied, eines Spinnenbeines einer Spinne, die einen Meter misst. Nach Reykjavík soll die. Das Naturkundemuseum dort. In Garðabær, Vorort von Reykjavík, steht das Naturkundemuseum Islands, und dort-, haargenau dorthin, soll die Agelenidae, die – Trichterspinne.

Alfred trägt ein langärmeliges Shirt, hochgerafft an den Armen, er ist noch viel behaarter, als die Spinne es werden soll, es sind schwarze ihrer, der Haare, Bär.

Sibyll macht in der Küche nebenan Rüblikuchen mit Sahne. Dazu gibt es Wirsing, kräftig gewürzt und Klöße, die sie braten will mit Butter. Alfred hat nen riesen Hunger, wenn er von der Arbeit pausiert, die er immer lange macht, die Arbeit, zu lange, die Passion für ihn ist.

Und so steht da Alfred, über ihm ein Schwertfisch aus Gips, an der Wand; er, nein, angelt nicht, nur lustig, das fand er das. Um ihn geschart Gläser mit Insekten, viele Bücher, FJÖLRIT NÁTTÚRUFRӔÐISTOFNUNAR 31, Íslenskar köngulær von Ingi Agnarsson ist aufgeschlagen, Spinnen darin.

Ich rauche jetzt meine letzte Zigarette. Das denkt Alfred. Und ist sie es? Er rennt erstmal zu Sibyll. Sibyll, Sibyll! Alfred, ja, Alfred, jaaa, Alfred, was! Ich möchte nicht mehr rauchen. Warum nicht? Rauchte nicht Roland Barthes?! Raucht nicht Dr. Rubinstein?! Ich werde eine Geschichte schreiben, in der einer ist, der wie er ist, und eine ist, die wie sie ist, und sie werden sicher rauchen. Auch ich mag Rauchen. Aber sieh, wir kaufen die billigsten Zigaretten. Was könnten wir tun mit dem Geld, und mit meiner Gesundheit, noch dazu! Rauchen, das war, mir hat nichts mehr gefehlt. Ich habe mich vollständig gefühlt wie nie. Aber das muss anders gehen, mir ist es es nicht mehr wert, den Arm anzuheben, um eine Schachtel zu nehmen, sie herausgleiten zu lassen, sie hereingleiten zu lassen, und dich dann zu küssen, ach! Nö. Und wenn es drei Anläufe braucht, dann braucht es drei, und aber es braucht 30. Es fliegen da zum einen die Nikotinpflaster ab, wenn Alfred schwitzt.

Er hatte zwei rauchfreie Tage. Am dritten schwitzte er und die Pflaster glitten ab und ab, ließen zurück rauchend Alfred. Also! Ohne. Und nach 22 Stunden genau wurde er gereizt, nach 23, da fiel er ins Delirium, in welches, also warum, das weiß niemand, aber er fällt, und auch das zweite und das dritte Mal beim kalten Entzug, hinein! Nach 23 Stunden. Heraus bugsiert ihn immer eine Zigarette.

Es ist, es sind, nun die Tabletten dran, die zum Lutschen. Doch sind die scharf, und sind die eklig. Alfred wird aufgerieben und verzweifelt.

Ein Produkt hat die Marke noch, Spray, ein Sprühstoß eine Goldfield Red! Und am ersten Tag benötigt er sieben Stöße, am nächsten acht, dann einen gar keinen, und dann wieder zwei, am vierten Tag. Ein wenig ists, als fehle der Boden unter den Füßen. Auch der Kaffee schmeckt nicht. Und so legt Alfred sich aufs Bett, mit einer goldenen Milch auf dem Nachttisch, und lässt die Füße baumeln und will zwar immer noch eine rauchen, tuts aber nicht.

Wiederkommen

Als Syri über die mit Nebel behaftete Wiese stapft an einem kühlen Morgen des Oktobers, findet sie, wie ich mich früher hier fühlte, entlanggehend, war es hauchig Balance. Einmal auseinander, da es schwer, sie wieder her. Es gelingt auch tiefes Ein- und Ausatmen nicht. Sie geht zu Markiel, streichelt seine Flanken, die Nüstern. Steckt ihm einen Bonbon eigens für Pferde. In die Schnauze.

Sie bindet dem Friesen das Halfter um, um ihn in den Stall zu bringen, was sie tut. Mit einem Striegel reibt sie Markiel ab; Bewegungen, die Kreise beschreiben. Es rutscht ihm ein Halm Stroh vom Po. Bürste sodann. Hufkratzer, Kamm. Sein Barebackpad ist Eisblau. Eine Zäumung ohne Gebiss, und ohne Bocksprung. Geht das Pferd hinan, die Straße des Dorfes, kopfsteinbepflasterter Weg, vorbei an Häusern, auch Hunden. Und einem Stand mit Saft von Raner.

Sie reiten über aneinanderhänge Felder und staksen mal, mal traben sie, und aber im Galopp ist es, dass sie denkt, jetzt.