Antihaft ist nur die Pfanne (Triptychon der Treue)

Mein Leben, das ist alles, was ich hab‘. Und du darin? Nein, darin nicht, denn du bist noch einmal extra. Was Eigenes! Und nicht schrill: Mild ist es. Doch nicht weniger stark dadurch.

Patricia, Arne

Arne küsst Patricia betrunken im Morgengrauen. Doch hell wird es nicht: Club! „Hast du noch Wasser?“, fragt Arne. „Nee.“ Patricia weiter: „Lass uns an die Bar“. Arne nickt übertrieben, sie soll es nicht übersehen. Patricia schlängelt sich durch, Arne bleibt gleich hinter ihr. „Ein Wasser, einen Vodka, und ein Bier, bitte“, sagt sie. Sie tanzt. Arne fällt mit ein. Die Getränke kommen prompt. Ebenfalls ohne zu zögern, greift Arne zum Shot, Patricia zum Wasser, dann Arne zum Bier. Gluck gluck gluck.

Arne und Patricia sind ein Paar seit fünf Jahren. Seit zehn hilft sie ihm mit den Lebensmitteln in den höheren Regalen. Mit dem Abwischen des Pos. Mit dem Rollstuhl. Es hat lange gedauert, bis der erste daran gedacht hat, sich eine Liebe einzugestehen. Aber dann hat der erste daran gedacht, und auch der zweite: Als es schließlich so wurde, wie erträumt, haben sie sogar Leon gemacht. Der ist heute bei Oma, gehen Arne und Patricia mal aus. Er wird jedes Mal vorher gefragt. Geht gern.

„Wollen wir ficken?“, schreit ein Mann im grauen Shirt und mit farbig lackierten Fingernägeln. „Nee nee“, sagt Patricia, fädelt sich wieder in die Menge ein. Der Mann ist schön zwar, und er hat lackierte Fingernägel! Was Patricia mag. Es ist wegen Arne. Patricia sucht ihn.

Dann tanzen mit ihm, küssen mit ihm, und ficken mit ihm. Jetzt schnell noch ein bisschen schlafen: Bald wird Leon gebracht.

Lukas, Mischa

Lukas geht heute in Richtung des Nachbars Schatz, da hat er das letzte Mal ein Stück Wurst gekriegt. Der Podenco nimmt seinen Menschen mit. Mischa nimmt nicht Lukas mit. Er hat er ihn anders geformt – antiautoritär – und dann kommt es, der Hund geht Richtung Schatz, obwohl sein Mensch doch lieber noch Eier bei Nachbar Kongres holen würde, die andere Seite …

Mischa versucht, sie Lukas schmackhaft zu machen, will ihn bequatschen. Der Hund aber lässt sich nicht bequatschen! Er setzt sich.

Und so geht es weiter, den Weg des Hundes: Heute, da gibt es wohl keine Pfannkuchen, da gibt es vielleicht aber wieder etwas Wurst.

Nachbar Simmelsammel kommt noch über den Hof, beginnt ein Gespräch. Lukas setzt sich erneut. Schließlich sollte jeder auf jeden warten …

Max, Karsten

Ich wollte immer nur Karsten. Nicht Guido, Felix, Riccardo – oder wie sie sonst noch heißen, die Namen konnte ich mir früher sowieso nicht merken … Und so leben wir monogam. Das ist nicht das Klischee: Das ist Treue, das sind wir, das ist wohl Liebe, das sind wir.